Gesundheitspolitischer Brief 21. November 2017

  • Stefanie Berg
  • 21 Nov 2017
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Gesundheitspolitischer Brief 21. November 2017

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

 

GPB 46. KW 2017; Dienstag, 21. November 2017

Alle Achtung: Die FDP hat´s geschafft, dass selbst ich keine Lust mehr auf Politik habe! Ende des Editorials? Naja, das geht ja auch irgendwie nicht. Also: Wenn meine Analyse richtig ist, dass vor allem die organisierte Verantwortungslosigkeit den Menschen auf den Keks geht (und sie der AfD in die Arme treibt), dann muss man wohl konstatieren, dass die so genannten Liberalen wirklich keine Ahnung haben, was die Menschen bewegt. Die Idee jedenfalls, die Sondierungsgespräche kurz vor Zieleinlauf platzen zu lassen, zeugt von einer politischen Egozentrik, die fast schon zu historischen Vergleichen Anlass bietet. Dass die Kanzlerin in ihrem nächtlichen Statement sich nicht scheute, von einem „historischen Tag“ zu sprechen, entbehrt in der Tat nicht ganz der Grundlage.

Die gesundheitspolitischen Dimensionen dieser Entscheidung sind schon nahezu marginal, doch zeigt sich an den gesundheitspolitischen Fakten und Wendungen der Sondierungsgespräche vielleicht auch, was „im Großen“ dann schiefgegangen ist: Es war erkennbar, dass schon sehr früh „das große Ganze“ aus dem Visier geraten ist, und stattdessen die Eroberungskriege um Inseln partikularer Interessengebiete geführt wurden. Anders ist nicht zu erklären, dass auf einer anderthalbseitigen Zusammenfassung der herausragenden gesundheitspolitischen Probleme des Landes (und als solches muss eine Sondierung ja wohl verstanden werden) sich ausgerechnet Hebammen und Cannabis (das sogar doppelt) als die zentralen Themen herauskristallisiert haben. Das kann ja wohl nicht sein. Man möchte mit Bertolt Brechts Puntila rufen „Hinaus ihr Zwerggestalten!“. Hilft aber nichts, denn jetzt haben wir den Salat. Möglich wäre aber auch ein Selbstzitat (aus dem vorletzten Editorial): „Ich habe immer gedacht (bzw. gehofft), die politische Vernunft werde die Jamaika-Partner schon zusammenführen, doch nach der Lektüre des gesundheitspolitischen Sondierungspapiers bin ich mir nicht so ganz sicher, ob es mit dieser Vernunft so weit her ist: Die echten Probleme scheinen aus dem Blick geraten zu sein!“

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_46. KW_2017 (164 KB)

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