Gesundheitspolitischer Brief 08. Oktober 2018

  • Stefanie Berg
  • 08 Okt 2018
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Gesundheitspolitischer Brief 08. Oktober 2018

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

 

GPB 40. KW 2018; Montag, den 08. Oktober 2018

Deutschland feiert Wiedervereinigung – zweifellos ein historischer Meilenstein. Aber auch gesundheitspolitisch ein Grund zum Feiern? Zunächst mal ja: Die Lebenserwartung in den so genannten „Neuen“ Bundesländern wächst. Doch steht hier vermutlich nicht der Wandel im Gesundheitssystem an erster Stelle. Bessere Luft, sicherere Straßen und weniger Alkohol dürften hier hauptsächlich verantwortlich sein. Ob das Gesundheitssystem selbst im Osten Deutschlands durch die Wiedervereinigung besser und leistungsfähiger geworden ist, könnte und sollte vielleicht einmal Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung werden.

Schließlich war der Umbruch so komplett, dass sich bei näherem Hinsehen im Grunde nur das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in der Übergangsform der von Regine Hildebrandt und Ulla Schmidt vehement verteidigten so genannten 311er-Einrichtungen auch in ein neues, westlich orientiertes Gesundheitssystem gerettet hat. Ansonsten ist gesundheitspolitisch von der DDR kaum etwas übrig geblieben.

Und war nun dieser komplette Wechsel von einem staatlich planwirtschaftlichen System in ein selbstverwaltetes und eher wettbewerblich organisiertes ein Vorteil? Ja, im Großen und Ganzen, aber zumindest im Bereich der unmittelbaren Daseinsvorsorge sowie bei Früherkennungs- und Präventionsleistungen dürfen – auch ohne empirische Belege – zumindest doch Zweifel angemeldet werden. Denn der inzwischen weitgehend fehlende staatliche bzw. öffentliche Gesundheitsdienst täte möglicherweise doch jenen Teilen der Bevölkerung gut, die es aufgrund ihres Bildungshintergrundes und/oder ihres sozialen Standes schwer haben, Leistungen unseres sehr freilassenden und eigenverantwortlichen Gesundheitssystems auch aktiv aufsuchend wahrzunehmen. Gegen eine solche vorsichtige „Führung“ gerade dieser Bevölkerungsteile wäre vermutlich auch aus deren eigener Sicht wenig einzuwenden – aber hier kommen wir mit unserer „westlichen“ Sicht nicht so recht weiter.

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_40. KW_2018 (164 KB)

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