Gesundheitspolitischer Brief 27. Januar 2015

Gesundheitspolitischer Brief 27. Januar 2015

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 04. KW 2015; Montag, 26. Januar 2015

Wenn fast ein Drittel der Menschen sich vorstellen können, Vital- und Fitnessparameter zu messen und ihrer Krankenkassen zu melden, um damit ihren Kassenbeitrag positiv zu beeinflussen, sollte Politik nachdenklich werden. Denn auch wenn unterstellt werden kann, dass die Studie „Quantified Health“ des Marktforschungsinstituts „YouGov“ einen deutlichen Bias enthält (beispielsweise durch Art und Medium der Befragung, über die das Unternehmen sich ausschweigt) macht die zustimmende Zahl von 32 Prozent doch deutlich, dass die Grundlagen unseres solidarischen Krankenversicherungssystems hier nicht angekommen sind. Nun kann man vielleicht von überwiegend jungen und gesunden Menschen noch nicht erwarten, dass sie sich von alleine darüber im Klaren sind, dass sie nicht etwa für sich selbst, sondern für ihre kränkeren Mitbürger GKV-Beiträge bezahlen, doch mag die vergleichsweise große Zahl ein Hinweis darauf sein, dass hier ein Informationsdefizit besteht, das unkontrolliert zu einer langfristigen Erosion der Grundlagen unseres Sozialversicherungssystems führen könnte: „Ich zahle allenfalls für mich – und nach mir die Sintflut.“

Eine solche Haltung läge vielleicht im Trend, aber sie würde im Kern gefährden, was wir uns seit Bismarck mühsam und allem politischen Anfechtungen zum Trotz als gesamtgesellschaftliche Verpflichtung aufgebaut haben: Ich zahle meine Sozialversicherungsbeiträge „in der Zeit“ und baue darauf, dass ich mich „in der Not“ auf die Gemeinschaft verlassen kann, die mich dann mit ihren Beiträgen unterstützt. Natürlich gerät dieses Prinzip angesichts des vielbeschworenen demographischen Wandels gehörig unter Druck. Alternative ist aber nicht, jetzt individuell über Ausstiegs- oder Vorteilsszenarien nachzudenken, sondern danach zu fragen, wo eventuell kollektiv der Gürtel enger geschnallt werden müsste, um hochwertige Versorgung weiterhin für Alle ermöglichen zu können.

PDF-DOWNLOAD:  GPBos_04_KW_2015 (162 KB)

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