Gesundheitspolitischer Brief 24. November 2014

Gesundheitspolitischer Brief 24. November 2014

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 47. KW 2014; Montag, 24. November 2014

Die Ärzteschaft fährt schweres Geschütz auf. Von einer „Abschaffung des freiberuflichen niedergelassenen Arztes in einem staatlich gelenkten Medizinkonzernwesen“ war im Rahmen der KBV-Vertreterversammlung am Wochenende die Rede. Aus ärztlicher Perspektive rangiert die Annexion der Krim dagegen offensichtlich in der Kategorie „Sandkastenspiele“. Zur augenscheinlich abgestimmten Kampagnen-Strategie passt, wie nun allerorten in den KV-Regionen Zahlen addiert werden, die belegen sollen, dass das Versorgungsstärkungsgesetz mit seiner Soll-Regelung zum Aufkauf von Arztsitzen in überversorgten Gebieten zu einer Situation führen wird, in der sich die Ärzteschaft quasi selbst und auf eigene Kosten von der Bildfläche zu eliminieren hat. Wer – wie unsere lieben Doktors – über ein Hysterisierungspotential verfügt, das die Jungfernfahrt der Titanic quasi als Dauerzustand voraussetzt, der kann sich natürlich in diesem Zusammenhang an Säuberungswellen der russischen Oktoberrevolution erinnert fühlen (um nicht von Autobahnen oder ähnlich unappetitlichen Erfindungen anderer Epochen zu reden…)

Also: Der freie, selbständige Arztberuf soll in den Augen der demokratisch gewählten KVVertreter seiner Vernichtung zugeführt werden, und es ist einzig und allein dem heroischen Kampf einiger vorausschauender Funktionäre zu verdanken, wenn dieses drohende Auslöschungs-Szenario mit den vereinten Kräften der KV-Pressestellen doch noch abgewendet werden kann. So ungefähr haben wir uns gegenwärtig die historischen Dimensionen an der Versorgungsstärkungs-Front vorzustellen. Dumm nur, dass der Blick in das entsprechend benannte Gesetz (die Mutter des Bösen gewissermaßen) Anderes lehrt. Denn noch immer bedarf es im Zulassungsausschuss der Mehrheit der Ärzteschaft, um einer Praxis den Garaus zu machen. Die Ärzte müssten also im Einzelfall ihrer eigenen Abschaffung erst mal mehrheitlich zustimmen. Wir sind gespannt… Und auch die Vielzahl der Ausnahmeregelungen wird dazu führen, dass in den nächsten Jahren die Zahl der tatsächlich von der KV aufgekauften Praxen höchst überschaubar bleiben wird. Es würde mich ausgesprochen wundern, wenn hier jemals eine dreistellige Zahl erreicht würde. Exodus sieht anders aus.

PDF-DOWNLOAD:  GPBos_47_KW_2014 (149 KB)

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