Gesundheitspolitischer Brief 19. Juni 2018

  • Stefanie Berg
  • 19 Jun 2018
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Gesundheitspolitischer Brief 19. Juni 2018

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

 

GPB 24. KW 2018; Dienstag, den 19. Juni 2018

„Der Patient im Mittelpunkt!“? – Wenige Sätze werden im gesundheitspolitischen Diskurs häufiger missbraucht, als dieser. Nahezu alle Akteursgruppen stellen natürlich den Patienten in den Mittelpunkt ihres Handelns und Trachtens.

Wie die Realität aussieht, zeigt der „Monitor Patientenberatung 2017“ der Unabhängigen Patientenberatung UPD. Viel gescholten, weil vor einigen Jahren in die Hände einer gemeinnützigen GmbH gelegt, scheint „die neue UPD“ inzwischen tatsächlich im Gesundheitswesen angekommen zu sein und legt nun einen Bericht vor, der deutlich darauf hinweist, wie ein Gesundheitssystem aussehen könnte, in dem tatsächlich der Patient in den Mittelpunkt gestellt wird.

Zwei Dinge fallen dabei auf:

Noch immer dominiert ein zutiefst paternalistisches Gefälle die viel zitierte Arzt/Patienten-Beziehung. Zu häufig werden Aussagen von Ärzten gar nicht, unzureichend oder auch falsch verstanden. Dieser Graben kann nur von zwei Seiten geschlossen werden. Es fehlen Angebote zum „Patienten-Empowerment“, die vor allem dann greifen, wenn es zum konkreten Behandlungsfall kommt. Nicht die Apotheken-Umschau oder die x-te Gesundheitssendung wäre hier der richtige Weg, sondern eine neutrale, fundierte und vor allem zugehende Patienteninformation, die genau in dem Moment wirksam wird, wenn der Behandlungsfall tatsächlich eingetreten ist. Es scheint so, als ob Patienten zu oft mit ihren Diagnosen und Therapien alleine gelassen werden – oder die Begleitung durch den behandelnden Arzt (mehr und mehr eine Arztin natürlich), nicht ausreicht. Bedeutet für die Ärzteschaft aber auch, dass sie entweder ihre Kommunikationsfähigkeiten weiter steigern muss – zweifellos eine Anforderung für die Ausbildung – oder dass niederschwellige Gesundheitsberatung vielleicht auch durch speziell ausgebildete Gesundheitsfachberufe in der Arztpraxis zu leisten wäre. in jedem Fall scheint es nach wie vor ein großes Kommunikationsloch zu geben, in das der Patient im Versorgungsfall fällt. Es dürfte sich – bei de Erwartung steigender Therapietreue – auch finanziell lohnen, hier Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_24. KW_2018 (164 KB)

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