Gesundheitspolitischer Brief 26. Juni 2018

  • Stefanie Berg
  • 26 Jun 2018
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Gesundheitspolitischer Brief 26. Juni 2018

Wir zeichnen uns durch ein breites Spektrum unterschiedlichster Branchen aus.

GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

 

GPB 25. KW 2018; Dienstag, den 26. Juni 2018

Pharma-Bashing geht natürlich immer, aber hin und wieder beschleicht einen doch der Verdacht, dass „die Deutschen“ und vor allem Politik und Journalismus in Deutschland zur pharmazeutischen Industrie ein eher schizophrenes Verhältnis haben. Denn nachdem jahrelang die Intransparenz der Industrie in ihrer Zusammenarbeit mit Ärzten ein beliebtes Thema war, um die Pharmaindustrie zu kritisieren (durchaus zu recht übrigens), gibt es nun, als richtige und begrüßenswerte Reaktion der Arzneimittelhersteller, pharmazeutische Verhaltenskodizes und jährliche Transparenzberichte – und jetzt ist es wieder nicht richtig.

Klar, 356 Millionen Euro sind ne Menge Holz, aber wer hier zu blinder Kritik ansetzt und von „Bestechung“ spricht übersieht vermutlich, dass pharmazeutische Forschung in Deutschland nahezu komplett industriefinanziert organisiert wird. Wer also nicht möchte, dass irgendwelches Geld von der Industrie an Ärzte und Universitäten fließt, der möge bitte sagen, wo es denn sonst herkommen soll? Vom BMBF? Darüber könnte man reden, und zumindest in den Bereichen, in denen Pharmaforschung nicht mehr lohnt, könnte die Politik ihre Aktivitäten durchaus noch intensivieren. Aber die übrigen Bereiche laufen ganz gut, und man sollte sich vielleicht über den aktuellen Stand nicht allzu sehr beklagen. Immerhin – auch daran darf vielleicht in diesem Kontext erinnert werden – sind diverse Krankheiten inzwischen behandelbar und führen kaum noch zu einer Verringerung der Gesamtlebenszeit, deren Diagnose noch vor wenigen Jahrzehnten als sicheres Todesurteil galt. Ich jedenfalls erinnere mich noch an den einen oder anderen Aids-Toten aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Pharma-Gelder als Bestechung einer willfährigen Ärzteschaft? Wohl kaum. Zum ganz überwiegenden Anteil sicher sehr sinnvolle Forschung (übrigens mit allen Fehlversuchen und Streuverlusten, die zu Forschung dazugehören) für Arzneimittel, die wir stets schon in kürzester Zeit als selbstverständlich in unser Bewusstsein integrieren. Auch Hepatitis C war übrigens bis vor kurzem tödlich oder nur durch eine teure Lebertransplantation zu „heilen“. Mal sehen, wann das vergessen ist…

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_25. KW_2018 (164 KB)

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