Gesundheitspolitischer Brief 17. März 2014

Gesundheitspolitischer Brief 17. März 2014

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 11. KW 2014; Montag, 17. März 2014

Das Ergebnis mehrerer Konferenzen und Tagungen der letzten Woche: Die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Die Frage ist allerdings, ob hier Appelle allein helfen können, oder ob es nicht einer grundlegenden Neuausrichtung der Strukturen und einer Veränderung der Finanzverteilung bedarf. Jeder ist sich nun mal selbst der Nächste, und wenn die Mittel knapp werden, dann wird die Kohle zwangsläufig überwiegend bei dem bleiben, der sie zuerst bekommt. Das macht vielleicht auch die vieldiskutierte Delegation ärztlicher Leistung für die Ärzte so besonders attraktiv (und die Substitution so gefährlich): Der Doc kann eben nicht nur nach medizinischem Bedarf, sondern auch nach Kassenlage entscheiden, was er nun gerade delegieren möchte und was besser nicht. Dass dann Agnes, Verah und Moni gelegentlich den Eindruck haben, sie wären von den Brosamen abhängig, die von des Herren Tisch fallen, kann eigentlich nicht verwundern.

Übrigens warte ich noch auf das erste ärztliche Unterstützungs-System mit Namen „Robert“ oder „Paul“ – aber das ist eine andere Baustelle. Oder vielleicht doch nicht? Im Krankenhaus häufen sich jedenfalls die Klagen der Pflegekräfte über Stellenstreichung und Entlassungen. Das ist kein Wunder, wenn in Betracht gezogen wird, dass die ökonomisch orientierte Krankenhausleitung nach landläufige DRG-Logik die Blinddarm-OP als wertschöpfend interpretiert, aber nicht mehr deren anschließende pflegerische Versorgung. Das führt zwangsläufig dazu, dass der wertschöpfende Chirurg für´s finanzielle Überleben des Hauses als unerlässlich eingestuft wird, die nachsorgende Pflegekraft jedoch als Kostenfaktor, den es so weit als irgend möglich zu minimieren gilt. Wie würde sich die Sache entwickeln, wenn es für die Blinddarm-OP einerseits eine Operations-DRG und andererseits eine Pflege-DRG gäbe?

PDF-DOWNLOAD:  GPBos_11_KW_2014 (134 KB)

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