Gesundheitspolitischer Brief 02. März 2015

Gesundheitspolitischer Brief 02. März 2015

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 09. KW 2015; Montag, 02. März 2015

Überversorgung durch Wettbewerb in den Griff kriegen zu wollen, mag eine gute Idee sein, doch sollte man dabei darauf achten, dass es die Richtigen trifft. So einfach, wie die Politik sich das manchmal vorzustellen scheint, ist es nämlich im Gesundheitswesen beileibe nicht. Natürlich kann an der Preisschraube gedreht werden, bis es quietscht, und die „Schlechten“ scheiden dann eben aus dem Markt aus. So die Theorie. Aber dazu gehört dann bitte auch das Monitoring, ob es sich bei den Verlierern denn auch wirklich um Markt- und Versorgungsteilnehmer handelt, die unzureichende Qualität liefern oder schlicht überflüssig sind. Es könnte ja auch ganz andere Gründe geben, die dazu führen, dass beteiligte Versorgungsakteure vom Wettbewerb benachteiligt werden. Uns das sind häufig Gründe, die gerade mit Versorgungsverantwortung und Daseinsvorsorge zu tun haben.

Bei den Kassen wissen wir beispielsweise, dass Versorgung in den Ballungsräumen teurer ist. Es werden also – auch das ist bekannt – Krankenkassen benachteiligt, die ihre Versicherten überwiegend aus Ballungsräumen rekrutieren. Diverse Industrie-Betriebskrankenkassen vor allem, die sich an den in der Regel großstädtisch geprägten Standorten ihrer Unternehmen angesiedelt haben. Das hat auch nichts mit Bundesländern zu tun, wie Politik zu denken scheint (in der Regel immer dann, wenn sie ihr Land benachteiligt fühlt), sondern mit Regionen, die es in jedem Bundesland gibt. Das AOK-System hat – weil es konnte – auf diese Verzerrung bereits reagiert, indem es seine schwächelnden Großstadt-AOKen mit gesunden Land-AOKen zusammengelegt hat. Aber das ist alles bekannt. Das bereits von Ulla Schmidt – wider besseres Wissen? – verwendete Argument, vor allem „schlechter wirtschaftende Kassen“ würde der Preiswettbewerb treffen, wird nicht dadurch richtiger, dass auch Nachfolgerminister und -regierungen es unkritisch nachgebetet haben.

PDF-DOWNLOAD:  GPBos_09_KW_2015 (150 KB)

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