Gesundheitspolitischer Brief 22. Februar 2016

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Gesundheitspolitischer Brief 22. Februar 2016

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GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 06.KW 2016; Montag, 22. Februar 2016

Flüchtlinge sind und bleiben das Aufregerthema Nr. 1. Tatsächlich scheint es inzwischen so, dass nahezu jede Meldung einen „Flüchtlings-Touch“ bekommen muss, um höhere Medienaufmerksamkeit zu erreichen. Nach dem Motto: Den Schokoladenverbrauch in Deutschland interessiert kein Mensch, aber der Schokoladenverbrauch von Flüchtlingen!! Oho, das ist ja sensationell…!! Wirklich? Wir sollten uns vielleicht gelegentlich fragen, ob wir unsere politischen und sozialpolitischen Herausforderungen nur noch dann interessant finden können, wenn wir sie uns durch die Flüchtlingsbrille betrachten.

Die Frankfurter Rundschau (FR) ist in dieser Woche mit dem Versuch auf die Nase gefallen, eine Meldung zur Entwicklung der Krankenkassenbeiträge mit dem Flüchtlings-Anabolikum künstlich aufzupumpen. Wenn man ́s übertreibt, geht aber der Schuss sehr schnell nach hinten los. Ja, die Kassenbeiträge werden steigen (das tun sie eigentlich immer, und das ist – für sich genommen – ja auch keine Meldung), aber ob die Flüchtlinge damit auch nur das Mindeste zu tun haben, ist bislang noch vollkommen unklar und nicht etwa – wie die FR mutmaßt – eine Kausalbeziehung. Wie könnte es tatsächlich sein: Menschenverstand und epidemiologische Erfahrung lassen zunächst einmal vermuten, dass die Flüchtlinge in den ersten Dekaden die GKV-Beiträge nicht erhöhen werden. Es handelt sich in der Regel um eine vergleichsweise junge und vermutlich auch überdurchschnittlich gesunde Versichertenkohorte, die – nach der gesundheitlichen Überwindung der Fluchtstrapazen – vermutlich der GKV erstmal kaum zur Last fallen dürfte. Anders mag dann allerdings die Longitudinalbetrachtung aussehen, denn hier können wir vermuten, dass nicht nur Spätfolgen der Flucht sondern auch der in der Regel niedrig bleibende soziale Status der Flüchtlinge wieder zu überdurchschnittlichen Belastungen führen werden. Aber: Alles Glaskugel und kaum in plausible Langzeitprognosen zu quetschen. Kurzzeitig, wie gesagt, überwiegt – anders als die FR meldet – die Vermutung eines „guten GKV-Risikos“ durch Flüchtlinge. (Dass wir über das Steuersystem natürlich trotzdem die Zeche zahlen, ist eine andere Geschichte.

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_07.KW_2016 (149 KB)

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