Gesundheitspolitischer Brief 04. Oktober 2016

  • jan wohlenberg
  • 16 Dez 2016
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Gesundheitspolitischer Brief 04. Oktober 2016

Wir zeichnen uns durch ein breites Spektrum unterschiedlichster Branchen aus.

GESUNDHEITSPOLITISCHER BRIEF

Wöchentlicher Nachrichtenüberblick zur deutschen Gesundheitspolitik

GPB 39.KW 2016; Montag, 04. Oktober 2016

Der Arzneiverordnungsreport (AVR) und die verlässlich einsetzenden Gegenreaktionen muten an wie ein alljährliches Ritual aus eigentlich längst vergangenen Zeiten. Den Auftakt machen die AVR-Autoren selbst, mit eine Reihe von Sensationsmeldungen, die eigentlich keine sind: „Pharmaausgaben auf Rekordhöhe“ beispielsweise klingt nach unersättlicher Gier der pharmazeutischen Unternehmen, aber in Zeiten kontinuierlich wachsender GKV-Ausgaben liegt nahezu jeder Posten der GKV-Bilanz „auf Rekordhöhe“. Was also anderes kann Intention dieser Schlagzeile sein, als die vorbereitende Produktion schlechter Stimmung gegen die Pharmaindustrie? Auch der ständige Verweis auf die „Kostenexplosion“ im Bereich der Arzneimittel wird kaum dadurch fairer, dass er die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen durch die Senkung des Zwangsrabatts unterschlägt. Man wagt ja kaum davon zu sprechen, dass dieser Zwangsrabatt in Zeiten gut gefüllter GKV-Kassen in seiner ursprünglichen Begründung als „Solidarbeitrag“ kaum noch zu rechtfertigen ist. Und ein Preismoratorium als inzwischen nahezu fest etablierter Dauerzustand kann man sich eigentlich auch in keiner Branche der freien Wirtschaft vorstellen.
– Aber davon natürlich findet sich in der voreingenommen AVR-Welt kein Wort.

Stattdessen eine einseitige Kostendiskussion, die natürlich auch keine Zeile übrig hat für Therapiedurchbrüche, wie wir sie beispielsweise im Bereich der Hepatitis C im letzten Jahr zu verzeichnen hatte, oder deutliche Therapie-Erfolge – zum Beispiel im Bereich der onkologischen Erkrankungen… Die AVR-Welt ist schwarz oder weiß, so wie es in der guten alten GKV-Zeit Ende des letzten Jahrtausends noch üblich war. Dazu passt, dass mit theoretischen Einsparzielen durch Hebung von Effizienzreserven jongliert wird, bei denen man sich manches Mal wünscht, das AVR-Team würde sich mal die restliche GKV-Welt zum Untersuchungsgegenstand wählen. Spannend wär´s beispielsweise, wenn es ihm gelänge, die Effizienzreserven an der Sektorengrenze zwischen ambulanter und stationäre Versorgung zu beziffern (und natürlich auch gleich zu beseitigen).

 

PDF-DOWNLOAD:  GPBoS_39.KW_2016 (145 KB)

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